Reiseführer
8. August 2026

Bulli oder Wohnmobil: was passt zu deiner Reise auf Teneriffa?

Ein klassischer VW Bulli parkt auf einer schmalen, kurvigen Bergstraße im Anaga-Gebirge im Norden Teneriffas

Die meisten Wohnmobil-Angebote auf Teneriffa sind für den Süden gebaut: breite Straßen, viel Platz zum Wenden, große Stellplätze. Wer aber in den Norden will – ins Anaga-Gebirge oder hoch zum Teide – merkt schnell, dass hier andere Regeln gelten. Die Straßen sind schmaler, die Kurven enger, und nicht jedes Fahrzeug kommt gleich gut durch.

Wir bekommen die Frage oft: Bulli oder großes Wohnmobil? Es gibt keine pauschal richtige Antwort, aber es gibt klare Unterschiede, die die Entscheidung leichter machen.

Die Straßen im Norden: Anaga und die Teide-Auffahrt

Die TF-12 durch das Anaga-Gebirge verläuft auf dem Bergkamm, mit engen Kurven und wenig Platz am Straßenrand. Ausweichstellen sind schmal, Parkplätze rar. Auf einer solchen Strecke merkt man den Unterschied zwischen einem kompakten Fahrzeug und einem großen Wohnmobil sofort – nicht nur beim Fahren, auch beim Rangieren, wenn ein Bus oder Mietwagen entgegenkommt.

Die Auffahrt zum Teide ist technisch einfacher – die Straße ist breiter ausgebaut – aber lang und kurvenreich, mit vielen Höhenmetern. Auch hier zahlt sich ein wendiges Fahrzeug aus, gerade an den Aussichtspunkten, wo der Platz zum Parken oft knapp ist.

Ein großes Wohnmobil ist deshalb nicht ungeeignet für den Norden – aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt, und die Route vorher genau anschauen.

Maße im Vergleich: Bulli gegen Wohnmobil

Ein Fiat Ducato Maxi, wie ihn viele große Wohnmobile als Basis nutzen, kommt je nach Aufbau auf über sechs Meter Länge und gut zwei Meter Breite. Unsere VW Bullis sind spürbar kompakter – näher an den Maßen eines normalen Kastenwagens als an denen eines Reisemobils.

Der Unterschied macht sich vor allem dort bemerkbar, wo es eng wird: in Dorfkernen, auf Bergstraßen, beim Einparken in Orten wie Taganana oder Chamorga. Ein kürzeres, schmaleres Fahrzeug lässt einem mehr Spielraum, spontan anzuhalten oder eine enge Gasse zu nehmen, ohne dass man zehnmal rangieren muss.

Wer viel im Süden bleibt oder auf breiten Hauptstraßen unterwegs ist, merkt davon wenig. Wer den Norden ernsthaft erkunden will, spürt es an fast jedem Tag der Reise.

Führerschein und Gewicht

Für Fahrzeuge bis 3.500 kg zulässigem Gesamtgewicht reicht in Spanien wie in Deutschland der normale Führerschein der Klasse B – das gilt für unsere Bullis genauso wie für viele große Wohnmobile, solange sie unter dieser Grenze bleiben. Ab 2028 soll sich das EU-weit ändern, mit einer möglichen Anhebung auf 4.250 kg unter bestimmten Bedingungen – wie genau das in Spanien umgesetzt wird, stand zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht abschließend fest.

Unser Rat: Bevor du ein großes Wohnmobil buchst, prüfe das zulässige Gesamtgewicht und vergleiche es mit deinem Führerschein. Bei uns ist das kein Thema – keine unserer Furgonetas kommt über 3.500 kg, unabhängig davon, welchen Führerschein du hast, solange es Klasse B ist.

Der Bulli als deutsches Kulturgut

Der VW Bulli hat in Deutschland eine besondere Geschichte. Die Produktion des T1 begann 1950, wenige Jahre nach einer Skizze des niederländischen Importeurs Ben Pon. Der Bus wurde zum Symbol des Wirtschaftswunders – ein Fahrzeug, das Handwerker, Familien und später auch Aussteiger gleichermaßen prägte.

Bis heute gibt es in Deutschland eine lebendige Szene rund um den Bulli: Treffen wie das große Bulli-Fest der Autostadt in Wolfsburg ziehen jedes Jahr Fans aller Generationen an, von restaurierten T1-Modellen bis zu neueren Baureihen. Diese Verbindung ist einer der Gründe, warum viele unserer Gäste sich für einen Bulli entscheiden – nicht nur wegen der Größe, sondern wegen dem, was das Fahrzeug bedeutet.

Unsere Furgonetas sind keine Museumsstücke, sondern von Hand umgebaute Alltagsfahrzeuge. Aber die Verbindung zur Geschichte des Bulli bleibt spürbar, sobald man einsteigt.

Für Überwinterer: warum ein Bulli für lange Aufenthalte passt

Viele Deutsche verbringen die Wintermonate auf den Kanaren – das milde Klima und die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten machen Teneriffa dafür attraktiv. Wer mehrere Wochen oder Monate bleibt, nutzt die Zeit oft, um die Insel wirklich zu erkunden, nicht nur die Touristenorte im Süden.

Genau dafür eignet sich ein kompakter Bulli gut: Er lässt sich in den engen Ortskernen des Nordens leichter bewegen, findet eher einen Parkplatz und macht spontane Ausflüge ins Anaga-Gebirge oder an die Nordküste unkomplizierter. Für einen längeren Aufenthalt zählt außerdem, dass man mit einem Fahrzeug unterwegs ist, das nicht nach jeder Fahrt zum Kraftakt wird.

Sollte unterwegs doch mal etwas sein, sind wir erreichbar – unsere Pannenhilfe läuft 24 Stunden, auch für Gäste, die schon seit Wochen auf der Insel sind. Einen Überblick über unsere aktuelle Flotte findest du hier.

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